5-SCHRITT-ANLEITUNG (KRAN)

Sie wollen Ihre Halle erweitern mit einem Brückenkran?

Der Werker soll einen Säulendrehkran als Hebehilfe zur Unterstützung erhalten?

Auf einer bestimmten Fläche sollen mehrere Parallelarbeitsplätze mit jeweils einem Hebezeug unterstützt werden?

Ein bestehender Kran soll angepasst, erweitert oder demontiert werden?

Mit unserer 5-Schritt-Anleitung legen wir den Grundstein für Ihre Anforderung an die Kran- und Hebetechnik:

 


1. Bedingungen vor Ort


  • In welchem Land wird der Kran benötigt/eingesetzt und ist der Einsatzort innerhalb eines Gebäudes?
  • Es besteht auch die Möglichkeit ein Säulengerät in mobiler Form zur Verfügung zu stellen

Bei einer mobilen Ausführung stellt sich dann die Frage nach dem Transport. Das Säulengerät könnte mit einer Gegengewichtsplatte ausgestattet werden oder als Sonderlösung mit einem elektrischen Antrieb versehen werden.

  • Wenn sich die Umgebungstemperatur innerhalb des Gebäudes zwischen +5°C und +35°C bewegt und auch die Luftfeuchtigkeit nicht über 75% steigt wird es keine Probleme mit dem Einsatz des Krans geben. Im Außenbereich können diese Werte natürlich abweichen
  • Gibt es Vorgaben zu den einzuleitenden Kräften wie zum Beispiel in die Boden- oder Gebäudestatik?

Wenn die Werkhalle eine Fußbodenheizung besitzt oder andere Vorgaben eine Befestigung mit Verbundankertechnik verhindern muss eine andere Form der Befestigung gefunden werden.
Eine wesentliche Verraussetzung für eine Dübelverankerung ist nach DIN 1045 ein Betonboden der Festigkeitsklassen min. B25 und max. B55 bzw. min. C20/25 und max. C50/60 nach DIN EN 206. Die Dicke des Bodens darf dabei 200mm nicht unterschreiten! Auch der Abstand des Dübels zum Betonrand/Dehnfuge muss mindestens 200mm betragen. Wenn eine Dübelplatte verwendet wird darf keine Dehnfuge innerhalb des Bereiches der Dübelplatte verlaufen. Generell sollte beim Einsatz von Dübelverankerung die Montageanleitung vom Hersteller beachtet werden.

  • Können Sie die entsprechende Medienversorgung bereitstellen?

In den meisten Fällen reicht die entsprechende Strom- und Pneumatikversorgung aus um alle gängigen Lösungen im Bereich der Krantechnik zu versorgen. Wichtig ist hierbei die Schnittstelle klar zu definieren! Klassisch ist dies der Hauptschalter der Anlage.


2. Bedingungen - Werkstück


  • Welche Anzahl an Werkstücken muss mit dem Kran transportiert werden?

Diese Frage muss noch spezifiziert werden auf die vielleicht erforderliche Taktzeit und ob sich die Werkstücke unterscheiden. Bei einer hohen Taktzeit stellt sich dann die Folgefrage nach dem Antrieb der Kranbewegung... Wenn es sich um geringe Lasten (wenige hundert Kilogramm) handelt kann die Bewegung des Kranauslegers oder des Hängekrans (Teil eines Schienensystems) manuell erfolgen. Dies ist in solchen Fällen deutlich schneller und genauer. bei mehreren hundert Kilo und mehr ist ein manueller Antrieb nicht mehr vertretbar und es wird auf einen meist elektrischen Antrieb gewechselt. Bei der Werkstückunterscheidung kommt es auf den Einzelfall an und sollte dann speziell betrachtet werden.

  • Das eben schon angesprochene Eigengewicht hat einen erheblichen Einfluss auf die Auslegung des Krans.

Ob wenige Kilogramm oder mehrere Tonnen beeinflusst nicht nur die Bauform des Krans sondern auch die bereits besprochenen einzuleitenden Kräfte in das Gebäude.

  • Zu der zu tragenden Last kommen noch die Abmaße vom Werkstück hinzu.

Das Werkstück muss womöglich vorbei an bereits vorhandenen Störkonturen oder millimetergenau in eine Vorrichtung eingebracht werden. Diese Vorgaben sind wichtig für die Auslegung der Antriebe. Sowohl die bereits angesprochenen Fahrantriebe aber auch das Hebezeug (Ketten- oder Seilzug) müssen anhand dieser Information dimensioniert werden.

  • Was oft vergessen wird sind mögliche Temperaturangaben.

Hat der Werker z.B. eine über 100° warme Schweißbaugruppe vor sich an seinem Wandschwenkkran zu hängen und die Lastführung soll über den Lasthaken manuell erfolgen kann es zu Verbrennungen kommen. Bei solchen Anwendungen müssen entweder trennende Schutzeinrichtungen verbaut werden oder der Werker ausreichen weit vom Bauteil entfernt sein. Die Bedienung wird dann sicherlich über eine Fernsteuerung oder eine Form der Automatisierung erfolgen. Dies führt uns gleich zum nächsten Punkt

  • Die Bedienung des Kran kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen

Die bereits erwähnte manuelle horizontale Lastführung ist für niedrige Lasten die Standardlösung. Das Hebezeug wird dabei meist über eine Steuerflasche oder bei einem Balancer über einen Bediengriff angesteuert. Sowohl die Steuerflasche als auch der Bediengriff können mit den Fahrantrieben erweitert werden. Eine komplett autarke Bedienung ist mit einer batteriebetriebenen Funkfernsteuerung möglich.

  • Zu guter Letzt ist noch die Frage nach dem Arbeitsbereich zu klären

Beträgt der Arbeitsbereich nur wenige Quadratmeter oder soll ein komplettes Hallenschiff überkrant werden? Auch die notwendige Hubhöhe darf nicht vergessen werden!


3. Bedingungen - Handlingsgerät


  • Oft gibt es eindeutige Vorgaben zum Farbkonzept. Der Klassiker bei Kranen ist der RAL-Ton 1003 (Signalgelb)
  • Auch die Vorgaben der Instandhaltung spielen eine große Rolle. Anforderungen an Ersatzteile, welche nur von bestimmten Herstellern erfüllt werden können, sind keine Seltenheit.

Ob von der chemischen Zusammensetzung einer Pneumatikleitung bis hin zum kompletten Hebezeug, welches z.B. von Demag oder Abus bereit gestellt werden muss, gibt es viele Punkte die abgestimmt werden müssen.

  • Die bereits vorhandenen Störkonturen stellen den Kranbauer immer wieder vor neue Herausforderungen.

Oft muss der Verfahr- oder Schwenkbereich eines Krans an die örtlichen Störkonturen angepasst werden. Was für solche Situationen gerne verwendet wird ist eine Umfahrsteuerung. Sie unterstützt den Werker in seinem Alltag beim Verfahren des Krans um nicht gegen bereits vorhandene Stahlbaubühnen, Tore oder Vorrichtungen zu stoßen.

  • Bei der Stromzufuhr wird unterschieden zwischen Schleif- oder Schleppleitung

Der Vorteil einer Schleifleitung gegenüber einer Schleppleitung ist der geringe Aufbau und der daraus resultierende größere Arbeitsbereich. Eine Schleppleitung ist zwar technisch raffinierter dafür aber natürlich etwas teurer.


4. Handhabung vom Werkstück


Zur Visualisierung nutzen wir einen idealen Würfel (mit seinen 6 Seiten) und den folgenden Richtungsangaben:

Das Werkstück (der Würfel) steht vor dem Werker und der Werker schaut auf die Fläche 4. Somit ergibt sich 1 = oben, 2 = unten, 3 = links usw.

  • Aufnahmesituation 1

Hier könnte zum Beispiel stehen, dass das Werkstück auf Fläche 2 steht und über die Flächen 3 & 5 angeschlagen wird.

  • Ablagesituation 1

Hier könnte dann zum Beispiel stehen, dass das Werkstück um 90° geschwenkt wird und die Ablage auf Fläche 5 erfolgt

  • Aufnahme- und Ablagesituation x

für denselben Takt könnten unterschiedliche Situationen entstehen die jeweils beschrieben werden müssten.

Das Schwenken des Werkstückes ist eigentlich die Aufgabe eines Lastaufnahmemittels aber hier könnten Veränderungen vom Schwerpunkt eine wichtige Rolle spielen. Bei einem Säulenschwenkkran könnte das zu einem ungewollten Moment führen. Dies könnte zu Beschädigungen des Krans oder des Werkstückes führen. Im schlimmsten Fall besteht dann Gefahr für Leib und Leben!

  • Für das entsprechende Greifen des Werkstückes sind möglicherweise bestimmte Medien an der Traverse erforderlich. Diese müssen dann in den meisten Fällen über den Kran verlegt und am Lastaufnahmemittel zu Verfügung gestellt werden.

5. Weitere technische Beschreibungen


  • Oft ist es für den Kranbauer hilfreich vorab Fotos oder Videos vom Arbeitsablauf zu erhalten.

Diese Fom der Dokumentation erlaubt es dem Hersteller einen Einblick in das tatsächliche Verhalten des Werkers zu erlangen. Solche Arbeitsabläufe sind oft in Lastenheften beschrieben aber ein Video/Foto sagt oft mehr als 1000 Worte. Dies ist besonders interessant in Bezug auf die bereits besprochene Aufnahme- und Ablagesituation.

  • Allgemein sollte man noch "Sonstiges" ansprechen.

Möglicherweise ist der Kranbetrieb in säurehaltiger Umgebung, das Werkstück hatte hohe Anforderungen an die technische Sauberkeit (Reinraum) und somit müsste der Kran entsprechend angepasst werden und und und.

 


Zusammenfassung


Weil wir wissen, wie unübersichtlich so viele Informationen auf einen Haufen sein können, haben wir eine kleine Checkliste erstellt. Darin haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst und zum einfachen Abhaken und Eintragen aufgelistet.

Einfach die Checkliste per Mail oder per Telefon anfragen, zusammen mit uns abarbeiten und schon haben wir eine hervorragende Basis!

3 BEISPIELE FÜR KRANE

Bild eins Leichtkransystems mit austeleskopiertem Balancer

Leichtkransystem

Was bedeutet "Leicht" in der Bezeichnung Leichtkransystem?

 

Ist ein Leichtkransystem das gleiche wie ein Schienensystem Kran?

 

Was für Kombinationsmöglichkeiten gibt es mit dieser modularen Bauweise?


Um diese Fragen zu beantworten kann man am besten ein reales Beispiel zur Hand nehmen:

 

Dieses abgehangene Leichtkransystem (auch Hängekran genannt) ist sowohl in X- als auch in Y-Richtung manuell verfahrbar. Die Leichtbauweise und die entsprechenden Fahrwerke mit geringem Reibwiderstand machen dies möglich. Bei großen Lasten kann diese Bewegung natürlich auch elektrisch ausgeführt werden.

Für dieses Kransystem gibt es unterschiedliche Namen von unterschiedlichen Herstellern. Ob Leichtkran, Schienensystem, C-Schiene oder Kranbaukasten... Bei all diesen Begriffen verbirgt sich eine modulare Krananlage (wie oben abgebildet). Durch diese modulartige Bauweise ist auch diese Lösung hier entstanden. Bei dieser Krananlage gibt es eine Besonderheit durch die Teleskopfunktion vom Brückensegment. Der Werker kann die Last händisch in X- und Y-Richtung führen und bei Bedarf mittels Hebezeug (hier ein elektrischer Seilbalancer) absenken oder anheben ABER um das Werkstück final abzulegen muss er den Bereich vom Stahlbau deutlich verlassen.

 

Eine größere Bekranung hätte in den Kommissionierweg hineingeragt und war somit nicht erwünscht. Durch die Teleskopfunktion kann der Werker bei Bedarf in den Kommissionierbereich eintreten um sein Werkstück abzulegen.

Bild eines Säulenschwenkkrans mit Elektrokettenzug

Säulen- und Wandschwenkkran

Wann braucht man einen Wand- oder Säulenschwenkkran?

 

Welche technischen Grenzen (Tragfähigkeit, Ausladung) gibt es bei diesem Kran?

 

Welche vom "Standard" abweichenden Lösungen gibt es?


Hier die Antworten zu den Fragen:

 

Ein Wandschwenkkran ist natürlich optimal wenn die Säule als Störkontur keine Option ist. Eine solche Anwendung ist dann aber wieder abhängig von der Tragfähigkeit der Wand (oder vom Stahlbau). Dort stellt sich dann die Frage der Montagemöglichkeiten. An einen bestehenden Stahlbau mit ausreichender Tragfähigkeit kann ein Wandschwenkkran angeklammert werden und an eine Wand wird dieser mit Dübeltechnik befestigt.


Der klassische Schwenkkran trägt mir der entsprechenden Auskragung bis zu 2.000kg und kann bei entsprechend geringer Tragfähigkeit eine Länge von 8.000mm erreichen. Abweichend gibt es noch Schwenkkrane mit I-Profil Träger welche deutlich höhere Lasten bei entsprechender Auskragung tragen können.

 

 

Die letzte Frage kann man am besten an einem realen Beispiel erklären:

 

Die Kombination der Standsäule mit einem schwenkbaren Knickarm-Ausleger an dessen Spitze sich der elektrische Kettenzug befand wurde (bei einem Getriebehersteller) in einem Prüffeld verwendet im n.i.O. Teile vom Band zu entnehmen. Dies ermöglichte dem Werker ein Umfahren einer bereits vorhandenen Stahlbaustütze um sein Bauteil zu erreichen ohne dabei die Standsäule in seinem Kommissionierbereich stehen zu haben.

Bild eines Universalkrans

Universalkran

Was ist ein Universalkran?

 

Welchen Nutzen können Sie daraus ziehen?

 

Wo kommt dieser zur Anwendung?


Diese Fragen kann man am besten an einem realen Beispiel erklären:

 

Nach dem Schweißen mussten die entsprechenden Werkstücke aus dem Bereich hinter dem Windfang in den vorderen Bereich transportiert werden. Der dafür in Frage kommende Brückenkran sollte also den Windfang überfahren aber auch gleichzeitig die bereits vorhandenen Ein- oder Zweiträgerbrückenkran nicht behindern. Der Kunde hatte eine bereits bestehende Kranbahn (in Blickrichtung rechts) welche für diese Anwendung genutzt werden sollte. Auf der "linken" Seite ist eine neue Kranbahn berechnet, konstruiert, gefertigt und montiert worden. Der sich durch den Windfang ergebene Höhenversatz der beiden Kranbahnen wurde über den Universalkran ausgeglichen.


Die Werkstücke müssen Aufgrund der Höhenproblematik durch den auf der rechten Seite befindlichen aufklappbaren Bereich geführt werden. Um eine Kollision mit dem stationären Bereich vom Windfang zu vermeiden wurde eine Umfahrsteuerung verbaut. Diese stoppt die Fahrbewegung des Krans wenn sich das Hebezeug (die Katze) nicht im "rechten" Bereich aufhält.
Die Bedienung des Krans erfolgt über eine Funkfernsteuerung.


Eine Besonderheit des Krans ist die Ausführung des Brückensegmentes! Diese ist als Fachwerk ausgeführt. Somit konnte erheblich beim Eigengewicht vom Universalkran eingespart werden. Dies war erforderlich um die Anforderung an die Statik der "alten" Kranbahn zu erfüllen. Ein positiver Nebeneffekt ist die bessere Lichtdurchflutung vom Arbeitsbereich.